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D-Köln Gustav-Heinemann-Quartier
Ende April 2012 wurde ein städtebaulicher Wettbewerb zur Umgestaltung eines Grundstücks am Gustav-Heinemann-Ufer in Köln entschieden. Die Jury unter dem Vorsitz von Prof. Johannes Kister entschied sich einstimmig, den ersten Preis an den Beitrag von ASTOC Architects and Planners zu vergeben.

Städtebauliche Ausgangssituation
Das Gustav-Heinemann-Quartier liegt im Stadtteil Bayenthal, einem gemischt genutzten Viertel, das neben seiner kleinteiligen gründerzeitlichen Prägung zum Rhein hin mit einer Kette von unterschiedlichen Solitären, meist mit großzügigen Freiflächen verbunden, abschließt. In diesem städtebaulichen Zusammenhang soll ein bislang als Verwaltungsstandort genutztes Areal in Zukunft zu großen Teilen für Wohnzwecke genutzt werden.
Charakteristisch für die Lage des Baugrundstücks zwischen Gustav-Heinemann-Ufer, Schönhauser Straße, Alteburger Straße und Oktavianstraße sind die an jeder Seite sehr unterschiedlichen Einflüsse auf das Grundstück aus Nachbarschaft, Lärm, Sicht und Besonnung. Das Areal wird derzeit von der 12-geschossigen Hochhausscheibe, die in Zukunft als Wohnhochhaus genutzt werden soll, dominiert. Die solitäre Stellung des Hochhauses im Freiraum des Grundstücks sucht Anknüpfungspunkte und Verortung im Stadtraum. Die entwurfliche Haltung der Cologne Oval Offices ist vom Zusammenhang mit dem Bestandsgebäude geprägt. Hier bietet sich die Chance, trotz einer anderen Nutzung anzuschließen, um die Großzügigkeit der Rheinfrontbebauung nicht in einer Verinselung von Einzelliegenschaften wiederzufinden.

Bebauungsstruktur
Die vorgeschlagene Bebauung besteht aus fünf- und sechsge- schossigen charakteristisch geknickten Gebäuden. Zum Gustav-Heinemann-Ufer hin prägt ein markantes fünfgeschossiges Bürogebäude mit adressbildendem Durchgang die Rheinfront. An das Bürogebäude schließen zwei Wohngebäude über Eck an, hierdurch wird ein schallgeschützter Innenbereich ausgebildet. Dieser halböffentliche Bereich ist von weiterer Bebauung freigehalten und wird als räumlich gegliederter Park angelegt, der um die Hochhausscheibe herum in die rückwärtige Wohnbe- bauung der Eigentumswohnungen als offene Bebauung übergeht. Die gestaffelte Anordnung der geknickten Baukörper weitet den Raum in den Übergangsbereichen zu den Nachbarbebauungen und erzeugt damit intensivere Beziehungen zum Rhein. Die Ausformung des Freiraums auf dem gesamten Areal wird in einem durchgängigen Charakter realisiert. Diese Einheit von Bebauungsstruktur und Freiraumkontinuum ist das Wesen der städtebaulichen Grundkonzeption.

Erschließung und Freiraum
Das Gustav-Heinemann-Quartier wird als autofreies Parkensemble mit hochwertigen Freiflächen entwickelt. In die Freiflächen sind zahlreiche Fußwege eingebettet, die dem Viertel durch Wegeführung und Sichtbezüge trotz Dominanz der Hochhausscheibe einen inneren Zusammenhang geben und an das angrenzende öffentliche Wegenetz Richtung Süden und Westen anbinden. Eine Wegeverbindung zum nördlich angrenzenden Gewerbegrundstück der Cologne Oval Offices ist in diesem Wegesystem möglich.
Die Erschließung des Grundstücks erfolgt für den motorisierten Individualverkehr ausschließlich über Tiefgaragen Zu-und Abfahrten, eine oberirdische Befahrbarkeit ist nur für Sonderzwecke vorgesehen. Die Haupterschließung erfolgt als Zu- und Abfahrt über die Schönhauser Straße, vom Gustav-Heinemann- Ufer ist eine Vorfahrt für das straßenbegleitende Bürogebäude mit eingebundener Tiefgaragenzufahrt vorgesehen, zur Oktavianstraße hin ist eine Tiefgaragenausfahrt für die Wohnnutzung geplant.

Architektur
Die Gebäude sind unabhängig von ihrer Nutzung durch eine gemeinsame Formensprache verwandt. Die Ausformung der Gebäude geht auf die unterschiedlichen Einflüsse aus der direkten und weiteren Umgebung ein und formt unterschiedliche stadträumliche Situationen aus. Die Fassaden der neuen Büro- und Wohngebäude entwickeln sich im Zusammenhang mit der Fassaden-Neukonzeption des ehemaligen BDI-Hochhauses zu einer Fassadenfamilie. Eine identische bzw. ähnliche Grundmaterialität von hellem Naturstein oder Putz wird in den weiteren Fassadenelementen wie Balkonen, Fensterstellungen und Wandausfachungen differenziert ausgeformt. Die Charakteristik der Baukörper- und Fassadenfamilie im Zusammenhang mit dem Hochhaus, eingebettet in die hochwertige durchgängige Freiflächengestaltung, wird zum prägenden Element eines neuen Stadtquartiers.



PROJEKTDATEN
Auftraggeber
Tauton Beteiligungsges. mbH & Co.,
Objekt Gustav-Heinemann-Ufer KG, München
Bauherrenvertretung / Projektsteuerung:
ABG Allgemeine Bauträgergesellschaft mbH & Co. KG, Köln
Garbe Wohnbau GmbH & Co. KG, Hamburg

Planungs- und Bauzeit
Wettbewerb 2012, 1. Preis
Planung 2012 - heute

Größe
BGF: 48.700 qm

Mitarbeiter
Mirko Bergmann, Zafer Bildir, Ruth Bünker, Anja Dick, Frank Grätz, Ulrich Hundsdörfer, Sabine Kovacs, Philipp Pellio, Anouk Pelzer, Miriam Simon, Uschi Stengel

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